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Seafood in der Beikost und Kleinkindernährung

Fisch und Meeresfrüchte stehen bei vielen Eltern zunächst nicht unbedingt auf dem Speiseplan, wenn es um die erste Beikost geht. Zu viele Fragen tauchen auf:

Darf mein Baby schon Fisch essen? Was ist mit Meeresfrüchten? Welche Fischsorten sind geeignet? Und besteht nicht eine erhöhte Gefahr, dass sich mein Baby verschluckt?

Die gute Nachricht: Fisch und Meeresfrüchte müssen in der Beikost kein Tabu sein.

Richtig ausgewählt, gut gegart und altersgerecht angeboten, können sie eine wertvolle Ergänzung des Speiseplans deines Babys sein.

Warum Fisch in der Beikost sinnvoll sein kann

Fisch liefert verschiedene wichtige Nährstoffe und kann deshalb Bestandteil einer abwechslungsreichen Beikost sein.

Besonders interessant sind dabei die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA, die unter anderem für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem eine Rolle spielen.

Außerdem liefert Fisch hochwertiges Eiweiß und je nach Fischart unter anderem Vitamin D, Jod und weitere wichtige Nährstoffe.

Gerade deshalb muss Fisch nicht erst im Kleinkindalter auf dem Speiseplan auftauchen.

Welcher Fisch ist für Babys geeignet?

Bei Fisch kommt es nicht nur auf die Zubereitung, sondern auch auf die Auswahl der Fischart an.

Einige größere und langlebige Raubfische können vergleichsweise hohe Mengen an Methylquecksilber enthalten. Für Babys und Kleinkinder sind deshalb eher Fischarten geeignet, die eine geringere Schadstoffbelastung erwarten lassen.

Geeignete Beispiele können beispielsweise Lachs, Forelle, Seelachs oder Kabeljau sein.

Dabei lohnt sich ein Blick auf aktuelle Empfehlungen zur Fisch- und Schadstoffauswahl, denn nicht jeder Fisch ist gleichermaßen geeignet.

Und was ist mit Meeresfrüchten?

Auch Meeresfrüchte können grundsätzlich Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein.

Dazu gehören beispielsweise Garnelen, Krabben oder Muscheln.

Hier gelten allerdings besondere Anforderungen an die Zubereitung: Meeresfrüchte sollten für Babys immer vollständig durchgegart angeboten werden. Rohe oder nicht ausreichend erhitzte Meeresfrüchte gehören nicht in den Speiseplan von Babys und kleinen Kindern.

Auch bei Muscheln ist besondere Vorsicht bei der Qualität und Frische wichtig.

Sicherheit geht vor

Bei Fisch und Meeresfrüchten gibt es zwei Themen, die Eltern besonders im Blick behalten sollten:

1. Gut durchgaren

Fisch und Meeresfrüchte sollten für Babys vollständig durchgegart sein.

Rohfisch, Sushi, Sashimi oder andere rohe beziehungsweise nicht ausreichend erhitzte Fisch- und Meeresfrüchtezubereitungen sind für Babys nicht geeignet.

Durch ausreichendes Erhitzen lassen sich bestimmte Krankheitserreger und Parasiten reduzieren beziehungsweise abtöten.

2. Gründlich auf Gräten achten

Eine der größten Herausforderungen bei Fisch ist für viele Eltern die Angst vor Gräten.

Und diese Vorsicht ist absolut sinnvoll.

Fisch sollte deshalb vor dem Anbieten sehr sorgfältig auf Gräten kontrolliert werden. Auch wenn ein Produkt als grätenfrei verkauft wird, lohnt sich eine zusätzliche Kontrolle.

Für Babys kann Fisch zunächst beispielsweise sehr fein zerzupft oder püriert angeboten werden. Mit zunehmenden Fähigkeiten kann die Konsistenz entsprechend angepasst werden.

Fisch und Meeresfrüchte altersgerecht anbieten

Nicht nur die Lebensmittel selbst, sondern auch die Form, in der sie angeboten werden, spielt eine Rolle.

Ein Baby sollte Fisch oder Meeresfrüchte immer so bekommen, dass die Konsistenz und Größe zu seinen individuellen Fähigkeiten passen.

Bei Fingerfood können beispielsweise weich gegarte Fischstücke angeboten werden, die das Baby gut greifen und im Mund weiterverarbeiten kann.

Garnelen sollten nicht einfach als große, feste Stücke angeboten werden. Je nach Entwicklungsstand können sie fein zerkleinert oder entsprechend weich und klein angeboten werden.

Altersgerecht bedeutet dabei nicht zwingend „püriert“. Auch Babys können mit zunehmender Entwicklung unterschiedliche Konsistenzen kennenlernen.

Entscheidend ist, dass das Lebensmittel weich genug ist und das Kind beim Essen immer beaufsichtigt wird.

Was ist mit Allergien?

Fisch und Meeresfrüchte gehören zu den Lebensmitteln, die allergische Reaktionen auslösen können.

Das bedeutet aber nicht, dass Eltern diese Lebensmittel vorsorglich über Jahre vermeiden sollten.

Vielmehr spricht heute vieles dafür, potenziell allergene Lebensmittel im Rahmen der Beikost altersgerecht einzuführen und anschließend regelmäßig anzubieten, sofern sie gut vertragen werden.

Beim ersten Anbieten bietet es sich an, das neue Lebensmittel in einer überschaubaren Situation zu geben und auf mögliche Reaktionen zu achten.

Bei bekannten Allergien oder besonderen medizinischen Voraussetzungen sollte die Einführung individuell mit der behandelnden Fachperson abgestimmt werden.

Seafood muss also kein Tabu sein

Fisch und Meeresfrüchte können eine spannende Bereicherung für die Beikost sein.

Es geht dabei nicht darum, möglichst früh möglichst viele Lebensmittel anzubieten. Viel wichtiger ist, dass dein Baby Schritt für Schritt eine vielfältige Auswahl an Lebensmitteln, Geschmäckern und Konsistenzen kennenlernen darf.

Achte dabei auf:

  • eine geeignete Fischart mit möglichst geringer Schadstoffbelastung

  • vollständiges Durchgaren

  • sorgfältige Kontrolle auf Gräten

  • eine alters- und entwicklungsangemessene Konsistenz

  • hygienische und sichere Zubereitung

  • immer eine aufmerksame Begleitung beim Essen

Und dann darf es auch bei Babys ruhig einmal etwas aus dem Meer sein. 

Seafood muss in der Beikost kein Tabu sein. Gut ausgewählt, sicher zubereitet und altersgerecht angeboten kann es eine wertvolle Ergänzung des Speiseplans sein.

Hat dein Baby schon Fisch oder Meeresfrüchte probiert?
Schreib es gerne in die Kommentare!

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