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High Protein ist überall – aber braucht dein Kind das wirklich?

High Protein ist gerade überall. Im Supermarktregal, auf Social Media und in der Werbung. Produkte mit besonders viel Eiweiß werden als gesund, sättigend und optimal für einen aktiven Lebensstil beworben.

Doch was für Erwachsene sinnvoll sein kann, lässt sich nicht einfach auf Babys und Kleinkinder übertragen.

Denn mehr Eiweiß bedeutet bei kleinen Kindern nicht automatisch mehr Gesundheit.

Wie viel Eiweiß braucht ein Baby?

Im Beikostalter ist der Eiweißbedarf eines Babys vergleichsweise gering. Als grobe Orientierung liegt er bei etwa 1 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.

Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung deckt diesen Bedarf in der Regel problemlos.

Zusätzlich bekommen gestillte Babys weiterhin Eiweiß über die Muttermilch. Auch Säuglingsnahrung enthält selbstverständlich Eiweiß.

Es besteht deshalb normalerweise kein Grund, die Ernährung eines Babys gezielt mit besonders eiweißreichen Lebensmitteln anzureichern.

Skyr, Magerquark oder Naturjoghurt?

Gerade bei Milchprodukten fällt der Unterschied auf.

Skyr und Magerquark enthalten deutlich mehr Eiweiß als klassischer Naturjoghurt. Das macht sie für Erwachsene zu beliebten Lebensmitteln, wenn eine eiweißreiche Ernährung angestrebt wird.

Für Babys und Kleinkinder ist dieser hohe Eiweißgehalt aber nicht unbedingt ein Vorteil.

Eine dauerhaft sehr hohe Eiweißzufuhr bedeutet, dass der Körper mehr Eiweißabbauprodukte verarbeiten und über die Nieren ausscheiden muss. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass eine hohe Eiweißzufuhr im frühen Kindesalter mit einem erhöhten Risiko für eine spätere übermäßige Gewichtszunahme beziehungsweise Übergewicht in Zusammenhang stehen kann.

Dabei ist wichtig: Ein einzelnes Lebensmittel macht die Ernährung deines Kindes nicht „zu proteinreich“.

Es geht vielmehr um die gesamte Ernährung und darum, welche Lebensmittel regelmäßig und in welchen Mengen angeboten werden.

Muss mein Kind deshalb auf Quark und Skyr verzichten?

Nein.

Auch Skyr oder Quark können Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Entscheidend sind Menge, Häufigkeit und das Gesamtbild der Ernährung.

Es geht also nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu verbieten.

Vielmehr lohnt sich die Frage:

Braucht mein Baby wirklich ein Lebensmittel, das speziell auf besonders viel Eiweiß ausgelegt ist?

In den meisten Fällen lautet die Antwort: Nein.

Naturjoghurt ist für die Beikost oft die passendere Wahl

Für die Beikost und Kleinkindernährung ist Naturjoghurt mit einem normalen Fettgehalt häufig eine unkomplizierte Wahl.

Er liefert Eiweiß, aber eben nicht in der extrem hohen Konzentration vieler „High-Protein“-Produkte. Gleichzeitig liefert Milchfett Energie und wichtige Fettsäuren.

Gerade im Säuglings- und Kleinkindalter ist eine ausreichende Energiezufuhr wichtig, denn Kinder befinden sich mitten in einer intensiven Wachstums- und Entwicklungsphase.

Deshalb muss die Ernährung kleiner Kinder nicht den Ernährungstrends der Erwachsenen folgen.

Babys brauchen kein „High Protein“. Sie brauchen eine ausgewogene, abwechslungsreiche und altersgerechte Ernährung.

Und manchmal ist weniger tatsächlich mehr – auch beim Eiweiß.

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